Wenn der Nationale Bildungsbericht des Jahres 2026 „viele Reformen, aber wenig Fortschritt“ verzeichnet, liegt es im Umkehrschluss nahe, die grundlegende Frage nach dem Zustand der Bildung zu stellen. Und hier war und ist Kai Maaz, der geschäftsführende Direktor des Leibniz Instituts für Bildungsforschung und Bildungsinformation, der ideale Gesprächspartner, zum einen deswegen, weil sein Institut für den Bericht verantwortlich zeichnet, zum anderen, weil man es mit einem großen Rätsel zu tun hat: dem Umstand, dass nach einer Serie von Exzellenzinitiativen, und nicht zuletzt, der pathetischen Ausrufung der Bildungsrepublik Deutschland, sich gleichwohl eine Abwärtsbewegung eingestellt hat, die nun, befeuert von den Fortschritten der Künstlichen Intelligenz, zu einer weiteren Erschütterung beitragen könnte. Tatsächlich lässt sich die Frage stellen, ob bestimmte Grundannahmen unseres Bildungssystems (die Idee der Schulstunde, aber auch das Lernen im Klassenverbund) überhaupt noch zeitgemäß sind – und ob man aus diesem Grunde nicht genötigt wäre, den zeitgemäßen Bildungsbegriff neu zu bedenken. Und genau dies hat zu einer überaus anregenden Unterhaltung geführt.
Kai Maaz ist der geschäftsführende Direktor des DIFP, des Leibniz Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation. Zudem ist er Professor für Soziologie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main tätig, mit dem Schwerpunkt Bildungssysteme und Gesellschaft.
Kai Maaz hat (u.a.) veröffentlicht:
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